«Mein Leben, meine Wahl»

Wo will ich wohnen? Und mit wem? Darf ich mich niederlassen, wo ich will? Dass jede und jeder für sich selber diese Fragen beantworten soll, liegt auf der Hand. Für viele Menschen mit Behinderungen ist ein selbstbestimmtes Leben jedoch nur ein frommer Wunsch. Zahlreiche Betroffene und ihre Organisationen werden am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember auf diese Missstände aufmerksam machen. Bundespräsident Alain Berset wird einen Appell veröffentlichen. 


Zahlreiche Personen mit Behinderungen, die in Heimen leben, haben keine Wahl, ihre Wohnform und -art frei zu bestimmen. Die Zahl steigt sogar laufend an. Die finanziellen Anreize fördern einseitig teure Heimplätze statt alternative Wohnformen. Die Selbstbestimmung in Wohnstätten selber ist ebenfalls arg eingeschränkt: Oft werden Bewohnerinnen und Bewohner vom Leben ausserhalb der Institution abgeschottet. 
Dies widerspricht der völkerrechtlichen Bestimmungen. Die Schweiz hat 2014 die Behindertenrechtskonvention der UNO (UNO-BRK) ratifiziert. Diese fordert unter anderem: Menschen mit Behinderungen entscheiden selber, wo und mit wem sie leben. Die Schweiz ist von Wahlfreiheit für Menschen mit Behinderungen jedoch noch weit entfernt. 


Bestrebungen ja, aber….

Das selbstbestimmte Leben soll mit dem Assistenzbeitrag der IV gefördert werden. Dies ist – seit 2012 – ein Schritt in die richtige Richtung, die Lebensqualität kann damit gefördert werden, indem Betroffene die notwendige Unterstützung selber aussuchen und organisieren können. Ein grosser Teil bleibt trotz Assistenzbeitrag ausgeschlossen: Er reicht oft schlicht nicht aus – womit wieder nur die Institution als (meist teurere) Alternative bleibt. Die Institutionen werden im Übrigen kantonal finanziert. Will heissen: Der Ort kann nicht selber gewählt, die Niederlassungsfreiheit verletzt werden. Immerhin: Der Bund hat die autonome und gleichberechtigte Teilhabe als als Schwerpunktthema im Rahmen der Behindertenpolitik definiert. Es gibt Hoffnung, dass es vorwärts geht in Sachen Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung.
 


Vielfältige Anlässe am 3. Dezember

Menschen mit Behinderungen und ihre Organisationen werden am 3. Dezember auf diese Problematik aufmerksam machen. In der ganzen Schweiz finden Standaktionen, kulturelle Anlässe, Podiumsdiskussionen und weitere Veranstaltungen statt. Bundespräsident Alain Berset wird sich mit einem Appell an die Schweizer Bevölkerung wenden. Das Statement wird auf der Website der Bundesverwaltung publiziert.


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Kontakt für Medienanfragen

Inclusion Handicap
Marc Moser, Kommunikationsverantwortlicher 

marc.moser@inclusion-handicap.ch


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